23.11.2022

Meilensteine und Stolpersteine - Strafrechtsgeschichte in Bildern

Professor Guido Britz ist ein angesehener Strafverteidiger im Südwesten und Direktor des Instituts für Wirtschaftsstrafrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht an der Universität des Saarlandes. Er hält im Wintersemester eine Vorlesung zum Thema "Meilensteine und Stolpersteine - Strafrechtsgeschichte in Bildern", bei der auch außeruniversitäre Gäste willkommen sind. Die Vorlesung findet an fünf Terminen in Präsenz jeweils von 18 bis 20 Uhr im Gebäude B4.1 im Auditorium Maximum statt.

Ohne seine Geschichte lässt sich Strafrecht nicht verstehen. Strafrechtsgeschichte trägt daher wesentlich zum Verständnis seiner aktuellen Inhalte, Strukturen und Prinzipien bei. Der Stellenwert der Historie ist deshalb kaum zu unterschätzen. Es handelt sich hierbei um eine beinahe banale Feststellung, welche für die Rechtsgeschichte überhaupt sowie übergreifend für Geschichte im Allgemeinen getroffen werden kann. Denn:

Es scheint der Menschennatur verhängt zu sein, durch Erfahrung dümmer und erst durch deren Wiederholung klüger zu werden (…) (vgl.: Karl Kraus, in: Die Fackel, Juli 1934, 890 ff.)

Um aber eventuell abschreckende Befürchtungen, negative Erwartungen oder gar Missverständnisse von vornherein zu vermeiden: Es ist keineswegs das Anliegen der Veranstaltung, annährend oder gar vertiefend sicherlich notwendiges Wissen über Strafrechtsgeschichte zu vermitteln. Schlichtes Ziel ist vielmehr, Sensibilität für eine ebenso spannende wie komplexe Materie zu entwickeln und weiteres (Eigen-) Interesse an Strafrechtsgeschichte zu wecken. Mithin werden einzelne Episoden oder Ereignisse mit durchaus emblematischen Charakter aus dem Fundus der Strafrechtsgeschichte gewissermaßen herausgegriffen sowie im (strafrechts-) historischen Kontext darstellt und erläutert.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich der Titel der Veranstaltung. Über Bilder werden nämlich einzelne Ereignisse oder Episoden aus der Strafrechtsgeschichte als Meilen- oder Stolpersteine  fokussiert. Denn die Historie bevorratet Fortschrittliches wie Bedenkliches; in jedem Fall Nachdenkliches. Die verschiedenen Bilder in den Trailern sind in diesem Zusammenhang ausgewählt zufällig und im Übrigen lediglich als grobe Wegweiser zu verstehen. Sie sind deshalb gerade nicht als Wissensträger oder als Schlüssel zu bestimmten Themen zu interpretieren. Oder anders gewendet: Der interessierte Blick auf selektierte Bereiche der Strafrechtsgeschichte hat einen fast feuilletonistischen Aufhänger. Die Trailer in Verbindung mit den Vorträgen sollen in erster Linie stimulieren. Interessante und angereicherte Bilder im Kopf mögen entstehen und als Resonanzboden zu Nachdenklichkeit und zum Nachlesen animieren.

Die Vorlesung findet in Präsenz von 18:00 bis 20:00 Uhr im Gebäude B4.1, Auditorium Maximum statt.

Termine
09.11.2022: Strafrecht und Drittes Reich
23.11.2022: Strafrecht und Aufklärung
07.12.2022: Strafrecht und Mittelalter
11.01.2023: Internationales Strafrecht
25.01.2023: Strafrecht und Europa