Das Programm von 2017 bis 2024

Nach den Jahren 2017 bis 2020 erfolgt der Zugang für die Laufzeit des Programms von 2021 bis 2024 erneut über jährlich wechselnde ‚Diagnose‘-Formate, die einerseits inhaltlich ausreichend breit angelegt sind, um eine adäquate Anzahl an Dissertationsthemen zu bündeln, andererseits hinlänglich klar voneinander abgegrenzt sind, um das jeweilige Jahresprogramm für 2021, 2022, 2023 und 2024 als kohärentes Ganzes auszuweisen.
Konkret geht es darum, mehrere forschungsrelevante zeithistorische Spannungsfelder zu thematisieren, analysieren und zu diskutieren. Die Spannungsfelder sind stets interdisziplinär aufzuschlüsseln und vergleichs-, transfer- und verflechtungshistorisch zu dimensionieren.
Die Vier ‚Diagnose‘-Formate im Detail
2021: Raumdiagnosen: Nationales und Transnationales
„Raumdiagnosen“ sind ganz bewusst als Zugang für das erste Jahr der Doktorandenschule gewählt worden, da sich dort besonders nachdrücklich die interkulturelle und internationale Ausrichtung sowie Schwerpunktsetzung des Doktorandenkollegs widerspiegelt. Unter der Losung „Nationales und Transnationales“ lassen sich verschiedene Orts- und Raumbezüge subsumieren und miteinander abgleichen, beispielsweise Amerikanisierung und Europäisierung, (Post-)koloniales, Lokales und Globales, Grenz- und Interferenzräume oder auch ländlicher Raum und Urbanität.
2022: Gesellschaftsdiagnosen: Diversität und Transversalität
Da mehrere derzeitige Kolleg-Teilnehmer:innen zu sozialgeschichtlichen Fragestellungen arbeiten, stehen im zweiten Jahr „Gesellschaftsdiagnosen“ im Fokus. Dies wird den Doktorand:innen erlauben, rechtzeitig vor Abschluss der Promotion ergänzende Ideen und Anregungen zu erhalten. Konkret soll das Beschäftigen mit dem Spannungsfeld „Diversität und Transversalität“ dazu dienen, anhand klassischer Differenzkategorien wie class, race, age oder gender jeweils gruppenspezifische Entwicklungstrends und Merkmalszuschreibungen herauszuarbeiten, zugleich aber transversale Phänomene in den Blick zu nehmen, die über Klassen-, Generations-, Geschlechts- oder Ethnizitäts-Grenzen hinausgehen.
2023: Zeitdiagnosen: Krisen und Aufbrüche
Die Kollegkonzeption als doppelter Zyklus mit zeitlich fließenden Grenzen geht mit einigen sukzessiven Wechseln im Teilnehmendenkreis einher. „Zeitdiagnosen“ trägt dem Rechnung, da der Zugang für ein zeithistorisch ausgerichtetes Doktorandenkolleg zahlreiche Anknüpfungspunkte in unterschiedlichsten Themenfeldern bietet. Im Spannungsfeld „Krisen und Aufbrüche“ sind besonders allgemeine Fragen von Kontinuität und Wandel, von Zäsuren und Übergängen, konkreter dann aktuelle Periodisierungsangebote wie „vor dem Boom“ vs. „nach dem Boom“ oder „Wunderjahre“ vs. „Strukturbruch“ zu diskutieren.
2024: Kulturdiagnosen: Politische Kulturen und Wertewandel
Den Abschluss des vierjährigen Programms bildet der Zugang über „Kulturdiagnosen“, die anhand des Spannungsfeldes „Politische Kulturen und Wertewandel“ zu entschlüsseln sind. Dahinter steckt das grundsätzliche Problem der Legitimitätsgrundlagen und Stabilitätsbedingungen politischer Regime, ausdrücklicher – auf Frankreich, Luxemburg und erst recht auf Deutschland bezogen – die Frage nach der Relevanz kultureller Produkte, Phänomene und Praktiken für gesellschaftliche Liberalität und Wertewandel sowie eine politisch-kulturelle Nachhaltigkeit demokratischer Leit- und Ordnungsvorstellungen.