Prof. Dr. Nikolaus Marsch

Zur Person
Prof. Dr. Nikolaus Marsch, D.I.A.P. (ENA), ist seit dem 1.10.2019 Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung (bis 2021: Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht) an der Universität des Saarlandes. Er war bis dahin Direktor des Instituts für Informations- und Wirtschaftsrecht am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und hatte dort den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere öffentliches Informationsrecht, Datenschutzrecht und Regulierungsrecht inne. Weitere Rufe an die Universität Passau (Professur für Europäisches und Internationales Informations- und Datenrecht, 2019), die Universität Osnabrück (Professur für Öffentliches Recht, 2024) und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Fiebiger-Professur für Öffentliches Recht und ein Grundlagenfach) hat er zugunsten des Verbleibs an der Universität des Saarlandes abgelehnt.
Nikolaus Marsch hat von 1998 bis 2002 Rechtswissenschaft an der Universität Trier (mit fachspezifischer Fremdsprachenausbildung im Französischen Recht) und der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er in Berlin mit Stationen am Bundesverfassungsgericht (Dezernat von Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem), an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer und am Verwaltungsgericht Berlin. Von 2008 bis 2010 durchlief Nikolaus Marsch als Stipendiat des DAAD eine Ausbildung an der École nationale d'administration (ENA) in Straßburg; während dieser Zeit arbeitete er in der Europaabteilung des Immigrationsministeriums in Paris sowie im Stab des Präfekten des Département Haut-Rhin in Colmar.
Wissenschaftlich war Nikolaus Marsch zunächst am European Legal Studies Institute der Universität Osnabrück tätig, wo er unter der Betreuung von Prof. Dr. Jens-Peter Schneider mit einer rechtsvergleichenden Dissertation zum französischen Verwaltungsprozessrecht promoviert wurde. Von 2011 bis 2016 war er als akademischer Rat am Institut für Medien- und Informationsrecht der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am Lehrstuhl von Jens-Peter Schneider tätig und habilitierte sich dort 2017 mit einer Arbeit zum europäischen Datenschutzgrundrecht, die mit dem Werner-von-Simson-Preis der Universität Freiburg und dem DSRI-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde. Er erhielt die venia legendi für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung.
2017 zeichneten der Bundestag und die französische Nationalversammlung das von Nikolaus Marsch gemeinsam mit Prof. Dr. Mattias Wendel und Dr. Yoan Vilain herausgegebene Lehrbuch "Französisches und Deutsches Verfassungsrecht - ein Rechtsvergleich" mit dem "8. Deutsch-Französischen Parlamentspreis" aus. Für seine Leistungen in der Lehre erhielt Nikolaus Marsch 2013 den Lehrpreis der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg; 2024 wurde er gemeinsam mit den Lehrstuhlmitarbeitern Alexander Kratz und David Gölz für die Etablierung eines Klausurcoaching mit dem Landespreis Hochschullehre (1. Preis) ausgezeichnet.
Nikolaus Marsch ist Mitglied des Research Network on EU Administrative Law europäischer und amerikanischer Rechtswissenschaftlerinnen (www.reneual.eu) und Ko-Autor des ReNEUAL-Musterentwurfs für ein EU-Verwaltungsverfahrensrecht, der mit dem Altiero-Spinelli-Preis der EU-Kommission ausgezeichnet wurde.
Er ist Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung.